Unser Haus
Allgemeines zur Baugeschichte
Das heutige Seminargebäude (im Bild) wurde
erbaut in den Jahren 1764-1771 unter Fürstbischof Leopold von
Spaur an Stelle des alten Pilgerhospizes auf der Insula Sanctæ
Crucis, das um 1157 vom Domherrn und späteren Bischof Richer
gegründet und vom seligen Bischof Hartmann geweiht worden war.
Der Fürstbischof übertrug die Leitung des Neubaus dem
Seminarpräfekten Georg Tangl aus Fulpmes zusammen mit Franz de
Paola Penz aus Navis, ein priesterliches Gespann, das sich schon
beim Domneubau bewährt hatte.
Tangl und Penz wollten mit dem neuen Priesterseminars einen
tirolischen Escorial schaffen, natürlich nicht in den Ausmaßen des
spanischen Vorbildes, wohl aber in der Grundstruktur. Die Anlage
des Baues ist ein Viereck: Über dem Haupteingang im Nordwesten
liegt die (alte) Bibliothek und in der Achse gegenüber die Kirche,
was - passend für eine Ausbildungsstätte - ausdrücken will, dass
man durch das Studium der Theologie zu Christus kommt. Der
Innenhof wird von der hochaufragenden Fassade der Kirche
beherrscht. Eine Rundbogennische (vergleichbar dem Belvederehof im
Vatikan) flankiert von Pilastern mit Statuen der Brixner
Stadtpatrone Ingenuin und Albuin in den Nischen und einem
Dreiecksgiebel mit gemalten Kreuz in einer Rocaillemuschel sind
der Untersatz für das bewegte Türmchen, das auf dem Giebel sitzt.
Heute ist die von Tangl und Penz gewollte Wirkung etwas gedämpft
durch die aufgrund der steigenden Zahl der Seminaristen notwendige
Erhöhung des Seminars um ein Stockwerk im Jahre 1890. Der vom
ursprünglichen Geviert wegführende Nordostflügel wurde ebenfalls
um 1890 angebaut.
In den Jahren 1957/58 ließ Bischof Joseph Gargitter das Seminar
vollständig umbauen, im Jahre 1989 kam es zu einer neuerlichen
baulichen Erweiterung, um den neu entstandenen Instituten für
theologische Bildung und der wachsenden Bibliothek genügend Raum
geben zu können.
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